Warenkredit

Viele Leute nutzen heutzutage das Angebot der großen Warenversandhäuser, Waren auf Kredit zu kaufen. Hat sich das Geschäft der Warenversandhäuser früher vor allem auf Mode für Damen und Herren beschränkt, ist das Angebot heute so umfassend, dass man sogar eine komplette Einbauküche oder einen Motorroller über das Versandhaus beziehen kann. Natürlich verlangen die Versandhäuser für die vergebenen Kredite recht hohe Zinsen. Denn anders beim Autokauf, wo der Restwert des Wagens eine feste Größe darstellt, sind die Waren der Versandhäuser nach dem Kauf so gut wie gar nichts wert und können in Regel auch nicht zurück genommen werden. Allenfalls die technischen Geräte könnten die Kreditgeber zurücknehmen und einen gewissen Restwert bei Nichtzahlung der vereinbarten Ratenzahlung erhalten. Allerdings ist das Angebot der Warenhäuser oder der Versandhäuser sehr verführerisch gestaltet. Sie machen einen gewissen Prozentsatz ihres Umsatzes immer mit den über Krediten finanzierten Alltagswaren. So werben zum Beispiel oft große Medienhäuser damit, dass ihre Kunden die gewünschten Großbildfernseher erst in sechs Monaten bezahlen müssen oder ihn dann noch auf Raten abzahlen können. Der Vorteil für die Warenhäuser liegt darin, dass sie größere Umsätze erzielen, als wenn ihre Kunden nur mit Bargeld einkaufen und sich den Fernseher zusammensparen würden.

Um einen Warenkredit zu bekommen, benötigt man in der Regel nur ein Bankkonto und einen Gehaltsnachweis über ein bis drei Monate. Solange man keine negativen Schufa Einträge vorweisen kann, geben einem Warenhäuser und großen Versandhändler großzügige Verbraucherkredite. Diese werden allerdings immer von der eigenen Hausbank oder von einer Bank vergeben, die die Warenhäuser bestimmen. Der Kunde muss die oft überhöhten Zinsen dieser Geldinstitute zahlen statt günstigere Kredite aus anderen Quellen zu bekommen, die er selber vielleicht beantragen könnte. Doch hier setzen die Versandhäuser und großen Warenhausketten auf die Bequemlichkeit der Kunden. Anstatt sich vorher zu informieren und einen Kredit zu guten Konditionen zu beantragen, nimmt man einfach den Kredit, der angeboten wird. Dabei locken die Versandhäuser oft mit angeblich besonders niedrigen Zinsen oder anderen Konditionen. Doch oft genug sind diese Kreditzusagen nur Luftblasen und zur Unterschrift liegen dann Kredite mit weitaus höherer Verzinsung vor. Zudem verleitet diese Art von Warenkredit die Kunden oft dazu, weitaus mehr Geld auszugeben als sie ursprünglich vorhatten. Kaum jemand denkt wirklich darüber nach, ob er nun seinen Fernseher in 12 oder in 24 Raten abzahlen soll. Doch gerade dies birgt oft die Gefahr zuviel an Zinsen zu zahlen.

Da dieser Versandhauskredit leicht und schnell vergeben werden, überschulden sich viele der Verbraucher mit der Zeit, weil sie immer neue Waren bestellen statt abzuwarten, bis ein Kredit wirklich abbezahlt ist. Dabei werden oft Geburtstagsgeschenke, neue Computer oder Laptops oder gar Möbel einfach über den Versandhauskatalog bestellt und sollen dann später abgezahlt werden. Wer dann aber plötzlich arbeitslos wird oder sein Limit einfach überschritten hat, kann schnell mit den Zahlungen in Verzug kommen und den entsprechenden Ärger dafür bekommen. Wer zum Beispiel einen günstigen Kredit zur Finanzierung eines teuren Mediengerätes nutzen möchte, wenn einem dafür null Prozent Zinsen berechnet werden, sollte das ruhig tun. Aber jeder sollte dabei sicherstellen, dass er die Raten unter allen Umständen, also auch Arbeitslosigkeit, zurückzahlen kann. Zudem sollte man als Verbraucher auf einen zweiten Verbraucherkredit verzichten, solange der erste nicht abgezahlt wurde. So stellt man sicher, dass man immer zahlungsfähig bleibt und seine Kreditwürdigkeit langfristig behält, die in diesen Tagen für Verbraucher sehr wichtig ist.